17.08.2012 | 14:04 0 Autor: Dean Sprave RSS Feed

Pussy Riot – Tag der Entscheidung

News 16772Das ewige Warten hat ein Ende. Nach langem Zittern steht das Urteil fest: Schuldig. Was das allerdings genau heißt, wurde abermals auf später verschoben.

Die ganze Welt blickt gespannt nach Moskau. Denn dort wurde heute, gegen 13 Uhr deutscher Zeit das Urteil verkündet, das darüber entscheidet, ob Nadeschda Tolokonnikova (23), Maria Alechina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) – besser bekannt als Pussy Riot - für drei Jahre im Straflager verschwinden. Des Weiteren stellte sich die Frage, wie diplomatisch die russische Regierung um Staatschef Wladimir Putin mit einem mittlerweile international diskutierten Politskandal umzugehen vermag. Auch in vielen anderen Städten wurde seit den frühen Morgenstunden viel unternommen, um den Fokus der Öffentlichkeit auf das Chamownitscheski-Gericht und den darin vor sich gehenden Prozess zu lenken. Wie beispielweise in Berlin wurden russische Botschaften von Demonstrantenmengen belagert, besungen und vor Allem dazu gezwungen die Bedeutung dieses Prozesses zu erkennen.

Kürzlich berichteten wir bereits über die Pro-Pussy-Riot Bewegung, an deren Spitze sich vor Allem Musiker dafür einsetzten aus einem, sogenannten Skandal ein politisches Thema zu machen. Letzte Woche wurde das Ganze durch die kanadische Electroclash-Königin Peaches komplettiert. Zusammen mit hunderten von Sympathisanten wurden ein "Free Pussy Riot"-Song und ein dazugehörendes Video produziert. Zu sehen sind von Privatpersonen eingeschickte Kurzvideos, die dazu aufrufen sollen, sich zur politischen Meinung zu bekennen. Alles Pussy Riot typisch verpackt in bunten Skimasken und eskalierender Punk-Attitüde. Wir haben das Video unten für euch angehängt.

Und dann war es soweit. Richterin Marina Syrowa betrat den Saal zur Urteilverkündung. Inzwischen drohte das Gebäude aus den Nähten zu Platzen. Hunderte Journalisten, Regimeanhänger und Freiheitsaktivisten hatten schwerste Mühen auf sich genommen, um live dabei zu sein wenn der entscheidene Moment gekommen ist. Dann ging es plötzlich ganz schnell. Die drei Pussy-Riot-Sängerinnen lächelten erst noch. Als dann das Urteil gesprochen wurde, herrschte Stille. "Schuldig. Schuldig des Rowdytums aus religiösem Hass." Zwar ein Schock für jeden, der bis zuletzt auf eine Freisprechung gehofft hatte, jedoch kein großes Wunder. Schließlich waren genau das die Worte, die zur letztendlichen Festnahme der Musikerinnen geführt hatten. Ausgesprochen vom Justizministerium des russischen Regimes.

Die Folgen des Schuldspruchs werden voraussichtlich im Laufe des Tages bekanntgegeben.

Peaches - "Free Pussy Riot"

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